Lymphtape – den Lymphfluss anregen

Das Lymphsystem ist ein Gefäßsystem, das wichtig für den Abtransport von allerlei Giftstoffen aus dem Körper heraus ist. Gerade bei Krankheiten, Schwellungen und Wassereinlagerungen ist ein funktionierendes Lymphsystem gefragt. Insbesondere nach Operationen oder Verletzungen wird ein Arzt eine Lymphmassage oder ein Lymphtape verordnen. Damit wird versucht die Heilung zu verbessern und einen Stau der Lymphflüssigkeit zu verhindern.

Lymphtape Anleitung für die Beine

Ziel dieser Kinesio-Tape Anleitung ist es den Lymphfluss anzuregen und zu verbessern. Diese Anlage eignet sich für alle Schwellungen und Verletzungen im Bein-und Wade- beziehungsweise Kniebereich.

Wichtig ist dabei eine realistische Einordnung: Ein Lymphtape kann eine therapeutische Maßnahme unterstützen, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung. Vor allem nach Operationen, bei ausgeprägten Schwellungen, unklaren Schmerzen, Entzündungszeichen oder wenn eine Thrombose nicht sicher ausgeschlossen wurde, sollte zuerst medizinisch abgeklärt werden, welche Behandlung sinnvoll ist. Das gilt auch dann, wenn Schwellungen plötzlich auftreten oder deutlich zunehmen.

Für diese Anleitung zum Lymphe tapen benötigen sie zwei lange Streifen Kinesio-Tape von circa 25 Zentimetern. Schneiden Sie zur Vorbereitung die Streifen viermal längs ein. Lassen Sie lediglich eine Basis von circa vier Zentimetern stehen. Sie haben also einen Streifen mit fünf kleinen Flügeln / Läufern. Runden Sie außerdem die Ecken ab für einen besseren Halt.

Die benötige Tapingtechnik für dieses Lymphtape ist leicht anders als andere Taping Verbände. Der geschwungene Verlauf beziehungsweise die Wellen bedürfen deutlich größerer Erfahrung beziehungsweise Übung.

  • Beginnen Sie mit dem ersten Streifen an der Vorderseite des Oberschenkels. Setzen Sie die Basis knapp unterhalb der Hüfte an. Reiben Sie die Basis gleich fest um einen festen Halt zu garantieren.
  • Nun werden die fünf einzelnen Zügel nach unten Richtung Knie geführt. Arbeiten Sie sich von oben nach unten in einer wellenförmigen Bewegung. Jeder Flügel sollte mit einen Abstand zum anderen Flügel von circa einem bis maximal zwei Zentimetern aufgebracht werden.
  • Sobald Sie am Knie angekommen sind, reiben Sie das Lymphtape fest. Damit haben Sie den oberen Teil des Verbands geschafft.
  • Nun geht es an den unteren Teil. Beginnen Sie mit dem zweiten Streifen kurz unterhalb der Kniekehle.
  • Wieder arbeiten Sie sich wellenförmig nach unten bis zum Knöchel. Die Technik ist die gleiche wie beim ersten Streifen.
  • Wenn Sie alle Streifen nach unten geführt haben reiben Sie das Lymph-Tape fest und der Lymphverband ist fertig.

Ergänzend ist bei der Anlage wichtig, dass Lymphtapes in der Regel mit sehr wenig Zug geklebt werden. Anders als stabilisierende Tapeverbände soll hier nicht stark fixiert, sondern die Haut sanft angehoben werden. Die Basis wird meist ohne Zug angelegt, die feinen Streifen ebenfalls nur sehr leicht. Zu starker Zug kann die Haut unnötig reizen und den gewünschten Effekt eher verschlechtern.

Die Haut sollte vor dem Anlegen sauber, trocken und möglichst fettfrei sein. Frisch eingecremte Haut, starkes Schwitzen oder deutliche Behaarung können die Haltbarkeit reduzieren. Wer zu empfindlicher Haut neigt, testet das Material am besten zunächst an einer kleinen Stelle. Sobald Brennen, starker Juckreiz, Blasenbildung oder eine deutliche Rötung auftreten, sollte das Tape wieder entfernt werden.

Ein fachgerecht angelegtes Lymphtape wird oft mehrere Tage getragen, sofern die Haut es gut verträgt. Nach dem Duschen sollte es eher trocken getupft als kräftig abgerieben werden. Sitzen die Enden nicht mehr gut oder rollt sich das Tape stark ein, ist ein Wechsel meist sinnvoller als ein Nachkleben einzelner Streifen.

Typische Einsatzbereiche sind leichte bis mäßige Schwellungen nach Sportverletzungen, Prellungen, Zerrungen, Operationen oder bei Belastungsreaktionen des Gewebes. Je nach Befund wird die Tapeanlage manchmal mit Hochlagerung, Kompression, physiotherapeutischer Lymphdrainage oder aktiven Übungen kombiniert. Welche Kombination passend ist, hängt von Ursache, Ausmaß der Schwellung und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.

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Unterstützung des Lymphtape

Natürlich kann man die Heilung nicht nur mit Kinesio-tape ankurbeln. Den Abtransport von Giftstoffen durch das Lymphsystem kann auch mit vielen kleinen Mitteln angeregt werden. Folgendes ist außerdem hilfreich:

Genug Wasser & Tee trinken

Die Lymphflüssigkeit besteht zum größten Teil aus Wasser. Leber und Niere filtern die Giftstoffe aus dem Körper. Da Niere und Leber ebenso Wasser zur optimalen Funktion benötigen ist es sinnvoll genug zu sich zu nehmen. Achten Sie drauf mindestens zwei Liter pro Tag zu trinken. Man rechnet grob mit 35 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht bis hin zu vier Litern.

Nicht für jede Person sind starre Trinkmengen gleich passend. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen oder wenn ärztlich eine Trinkmengenbegrenzung empfohlen wurde, gelten natürlich die individuellen Vorgaben. Für gesunde Erwachsene ist eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr über den Tag verteilt meist sinnvoller als große Mengen auf einmal.

Natürlich kann man auch auf Tee ausweichen. Griechischer Bergtee eignet sich hervorragend.

Ausreichend Bewegung

Bewegung unterstützt das Lymphtape

Bewegung unterstützt das Lymphtape

Wer rastet der rostet, so heißt es im Sprichwort. Dies gilt auch für das Lymphsystem. Anders als ein Muskel wird es nicht aktiv bewegt. Der Abtransport erfolgt allein durch Bewegung und Druck. Daher sollte man darauf achten die verletzten Stellen zu bewegen. Dies kann entweder aktiv durch Sport oder passiv durch zum Beispiel einen Physiotherapeuten erfolgen. Peilen sie mindestens 20 bis 30 Minuten Bewegung pro Tag an. Auch Ihre Kondition und das allgemeine Wohlbefinden werden sich dadurch verbessern.

Technisch gesehen wird die Lymphflüssigkeit also durch Muskeln und die Schwerkraft bewegt. Einen Rückfluss verhindert eine Klappe.

Gerade bei Schwellungen im Bein sind ruhige, gleichmäßige Belastungen oft besser geeignet als abrupte oder sehr intensive Belastungsspitzen. Spaziergänge, lockeres Radfahren, angepasste Gymnastik oder von der Physiotherapie empfohlene Übungen sind häufig praktikabel. Langes starres Sitzen oder Stehen kann dagegen ungünstig sein, weil die Muskelpumpe dann wenig arbeitet.

Zusätzlich hilfreich ist Hochlagern, vor allem wenn die Schwellung gegen Abend zunimmt. Das ersetzt keine Therapie, kann aber zusammen mit Bewegung und gegebenenfalls Kompression den Rücktransport aus den Beinen unterstützen. Wer Kompressionsstrümpfe oder Bandagen verordnet bekommen hat, sollte die Anwendung mit dem behandelnden Arzt oder der Therapeutin abstimmen, insbesondere wenn gleichzeitig ein Tape getragen wird.

Die richtige Atmung

So blöd es klingt: Atmen sie richtig! Ein Lymphtape lässt sich mit tiefen Atemzügen noch weiter unterstützen. Da durch die tiefen Atemzüge ein Druck auf die Gefäße im Brust Bereich ausgeübt wird kommt die Lymphflüssigkeit in Bewegung. Außerdem erhöht sich die Sauerstoffsättigung im Blut – kein schlechter Nebeneffekt. Zudem wird der Stoffwechsel angeregt und aktiviert.

Yoga eignet sich übrigens perfekt um Atemtechniken zu lernen.

Praktisch bedeutet das nicht, dass ständig besonders tief geatmet werden muss. Oft genügen mehrmals täglich einige ruhige Atemzüge in den Bauch hinein, ohne Hast und ohne Pressen. Gerade nach längeren Ruhephasen, nach dem Aufstehen oder vor leichten Bewegungsübungen kann das eine sinnvolle Ergänzung sein.

Wann ein Lymphtape sinnvoll sein kann

Ein Lymphtape wird häufig dann eingesetzt, wenn sich im Gewebe nach einer Verletzung oder einem Eingriff Flüssigkeit staut. Das kann zum Beispiel nach einer Knieprellung, nach einer Operation am Bein oder nach stärkerer sportlicher Belastung auftreten. Auch nach Distorsionen, Muskelverletzungen oder bei lokal begrenzten Hämatomen wird die Methode in der Praxis gelegentlich verwendet.

Wichtig bleibt jedoch: Nicht jede Schwellung sollte einfach getapet werden. Wenn das Bein plötzlich dick, überwärmt, gerötet und schmerzhaft ist, wenn Atemnot dazukommt oder wenn die Beschwerden ohne klare Ursache entstanden sind, gehört das zeitnah ärztlich abgeklärt. Gleiches gilt bei Fieber, offenen Wunden, akuten Infektionen oder bekannten Lymphabflussstörungen, bei denen ein individueller Therapieplan nötig ist.

Bei chronischen Beschwerden kann ein Tape allenfalls ein ergänzender Baustein sein. Wer regelmäßig geschwollene Beine hat, sollte an Ursachen wie Venenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Medikamente, Stoffwechselerkrankungen oder Bewegungsmangel denken. Das Tape behandelt dann nicht die Ursache, sondern kann höchstens unterstützend wirken.

Praktische Hinweise zum Anlegen

Vor dem Zuschneiden sollte die ungefähre Länge am entspannten Bein abgemessen werden. Die feinen Läufer werden bei Lymphtapes meist in Fächerform aufgeklebt, sodass sich die Schwellungszone möglichst gut abdecken lässt. Die Basis liegt eher in einem Gebiet, in das die Flüssigkeit abtransportiert werden soll, während die Streifen über den geschwollenen Bereich auslaufen.

Für das Bein bedeutet das in vielen Fällen: eher von körpernäher nach körperferner über die betroffene Region arbeiten, damit der Fächerverlauf das Gewebe gut erreicht. Je nach genauer Schwellungslokalisation kann die Anlage aber unterschiedlich aussehen. Deshalb unterscheiden sich Tapeanleitungen teilweise deutlich voneinander. Entscheidend ist nicht nur das Schema, sondern auch die zugrunde liegende Ursache.

Nach dem Aufkleben sollte das Tape einige Minuten nicht sofort wieder stark belastet oder durchnässt werden, damit der Kleber gut haften kann. Manche Hersteller empfehlen, die Haut 30 bis 60 Minuten trocken zu lassen. Wird das Tape direkt nach dem Duschen oder Rasieren angebracht, kann die Haut empfindlicher reagieren.

Was ein Lymphtape leisten kann und was nicht

Viele Menschen empfinden ein Lymphtape als angenehm, weil es die Haut nicht starr fixiert und Bewegungen im Alltag meist zulässt. Das kann besonders dann nützlich sein, wenn leichte Aktivität erwünscht ist und gleichzeitig eine sanfte Unterstützung des Gewebes gewünscht wird. Die Methode wird in Physiotherapie und Sporttherapie daher häufig als begleitende Maßnahme verwendet.

Gleichzeitig sollte man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. Ein Tape entfernt keine Ursache, richtet keine strukturellen Schäden und ersetzt weder Lymphdrainage, Kompression noch eine medizinische Diagnose. Wenn die Schwellung trotz Tape zunimmt, Schmerzen stärker werden oder Taubheit und Verfärbungen auftreten, sollte die Anlage überprüft und gegebenenfalls entfernt werden.

Auch wissenschaftlich wird die Wirkung von Kinesio- und Lymphtapes je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich beurteilt. In der Praxis berichten einige Patientinnen und Patienten über subjektive Erleichterung, andere merken wenig Unterschied. Deshalb ist es sinnvoll, das Tape als ergänzendes Werkzeug zu sehen und nicht als alleinige Lösung.

Häufige Fehler beim Lymphtapen

  • Zu viel Zug auf dem Tape: Das reizt die Haut und ist für Lymphtapes meist nicht nötig.
  • Ungeeignete Haut: Auf offene Stellen, Ekzeme, gereizte Haut oder frische Narben gehört kein Tape ohne fachliche Rücksprache.
  • Zu breite Abstände zwischen den Läufern: Dann wird die betroffene Region nicht gleichmäßig abgedeckt.
  • Zu frühe Selbstbehandlung bei unklarer Schwellung: Erst Ursache klären, dann therapieren.
  • Schmerzen ignorieren: Ein Tape darf straff sitzen, aber nicht einschneiden, brennen oder Durchblutungsprobleme verursachen.

FAQ zum Lymphtape

Wie lange kann man ein Lymphtape tragen?

Häufig bleibt es einige Tage auf der Haut, sofern es gut haftet und keine Reizung entsteht. Spätestens bei starkem Juckreiz, deutlicher Rötung, nachlassender Haftung oder unangenehmem Zug sollte es entfernt werden.

Kann man mit Lymphtape duschen?

In der Regel ja. Danach sollte das Tape vorsichtig trocken getupft werden. Starkes Rubbeln mit dem Handtuch verkürzt meist die Haltbarkeit.

Hilft ein Lymphtape auch bei Wassereinlagerungen allgemein?

Es kann lokal begrenzte Schwellungen unterstützen, ist aber keine allgemeine Behandlung gegen jede Form von Wassereinlagerung. Wenn Beine regelmäßig anschwellen, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Kann man ein Lymphtape selbst anlegen?

Grundsätzlich ja, aber gerade die wellenförmige Anlage am Bein ist technisch nicht ganz einfach. Für den Einstieg ist eine Anleitung durch Physiotherapie, Arztpraxis oder erfahrene Fachpersonen sinnvoll, damit Zug, Richtung und Position passen.

Wann sollte man lieber nicht tapen?

Bei Verdacht auf Thrombose, akute Entzündung, Fieber, offenen Wunden, ausgeprägten Hautproblemen, unklaren starken Schmerzen oder bekannten schweren Durchblutungsstörungen sollte vorher medizinisch abgeklärt werden, ob ein Tape überhaupt geeignet ist.

Weiterführende Links zum Lymphtape

  • Schauen Sie sich doch auch unsere anderen Anleitungen zum Wade tapen an

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