Aktiv sein und sich bewegen trägt bekanntermaßen ungemein zur Gesundheitserhaltung und –förderung bei. Wenn das draußen in der Natur erfolgt, verstärkt sich der Effekt, da frische Luft, natürliche Gerüche und ein lichtdurchflutetes Ambiente für ein gesteigertes Wohlgefühl sorgen. Neben Joggen und Fahrradfahren ist Wandern dafür ein sehr probates Mittel. Es ist für Jeden geeignet. Und das Alter spielt dabei kaum eine Rolle. Wenn Sie das nun auf der Kanareninsel Lanzarote erleben können, kombinieren sich exotische Landschaften mit Körperertüchtigung. Besser geht es kaum. Wo Sie auf Lanzarote wandern können, warum die Insel perfekt dafür ist, das erfahren Sie hier.
Übersicht
Warum eignet sich Lanzarote zum Wandern?
Das Wetter auf Lanzarote
Da Lanzarote von Deutschland aus gesehen „mal nicht um die Ecke liegt“, sollten Sie Ihren Urlaub mit Ihren Wanderaktivitäten kombinieren. Gerade in den Wintermonaten bietet sich die Kanareninsel als attraktive Destination an. Nach nur knapp 5 Stunden Flug sind Sie Schnee und Eis entronnen und landen oft im hellen Sonnenschein. Die Temperaturen sind ganzjährig meist mild; im Winter sind tagsüber häufig etwa 20 bis 24 Grad Celsius möglich. Niederschläge sind auf Lanzarote insgesamt selten, konzentrieren sich aber vor allem auf die kühleren Monate. Für Wanderungen sind die Bedingungen deshalb oft sehr gut, auch wenn Wind, Wolken oder einzelne Regentage natürlich jederzeit vorkommen können.
Landschaft und Relief
Die letzten schweren Vulkanausbrüche liegen gerade mal rund 200 bis 300 Jahre zurück. Dabei wurde der Südwesten der Insel beinahe zerstört. Aber gerade diese feurigen Naturgewalten sorgten dafür, dass Lanzarote ihre einzigartige Landschaft erhalten hat. So wandern Sie teils durch riesige Lavafelder. Sie können hunderte Meter lange offene oder auch geschlossene Lavaröhren erkunden. Und nicht zuletzt lässt ein Blick in einen der Vulkankrater den Puls leicht anschwellen. Lanzarote ist von Vulkanen übersät. Gerade rund um den Timanfaya-Nationalpark und in anderen vulkanisch geprägten Gebieten erleben Sie einen Schlot nach dem anderen. Vom nördlichen Teil der Insel zieht sich das Famara-Gebirgsmassiv die Westküste entlang und beherbergt den höchsten Berg der Insel. Der Peñas del Chache bringt es allerdings gerade mal auf 670 Meter. Für jede Schwierigkeitsstufe finden Sie auf Lanzarote eine passende Route.
Infrastruktur und touristische Versorgung
Die Zugehörigkeit von Lanzarote zum Königreich Spanien verspricht eine hervorragend ausgebaute Infrastruktur in allen Belangen. Das Straßenverkehrsnetz ist dem Nutzeraufkommen entsprechend gut ausgelegt. Mit einem PKW kommen Sie problemlos an die meisten emblematischen Orte. Hotels und Ferienwohnungen werden in großer Anzahl und in allen Kategorien angeboten. Das Wichtigste allerdings ist, dass zahlreiche Wanderrouten gut beschildert sind und Sie sich so mit einem Wanderführer problemlos orientieren können. Wenn Sie keine Lust haben, selbst zu navigieren, gibt es einige Wanderprofis vor Ort, die geführte Wandertouren anbieten. Sie kennen die Landschaft, die Geschichte, Flora und Fauna der Insel aus dem „Eff-Eff“. So bekommen Sie neben der entspannenden Aktivität auch noch viele Informationen frei Haus geliefert.
Für wen eignet sich das Wandern?
Es gibt im Grunde nur zwei Voraussetzung zum Wandern. Sie müssen gesund sein und laufen können. Wandern eignet sich sowohl für kleine Kinder, als auch für Menschen höheren Alters. Auch Ungeübte und Unsportliche können sich gerne auf den Weg machen, wenn sie folgendes beherzigen:
- Sie sollten schwindelfrei sein.
- Sie sollten auch bei rutschigem oder gerölligem Untergrund stets sicheren Halt auf Ihren Füßen finden.
- Sie sollten sich im Vorfeld genaue Informationen zur geplanten Route einholen. Wichtige Indikatoren wie Höhenmeter, Länge in Kilometer, Untergrundbeschaffenheit sollten Ihnen vermitteln, ob die gewünschte Route für Sie geeignet ist.
- Sie sollten Ihre persönlichen und körperlichen Eigenschaften realistisch einschätzen, um schwierige oder gar gefährliche Situationen unterwegs auszuschließen.
Was dürfen Sie zum wandern auf Lanzarote nicht vergessen?
Das wichtigste beim Wandern sind gute Schuhe. Diese müssen geschlossen sein und über eine feste Sohle mit einem ausgeprägten, griffigen Profil verfügen. Wir empfehlen beim Wandern ohne Guide, einen guten und aktuellen Wanderführer dabei zu haben. In den Rucksack gehört zudem:
- Ausreichend Trinkwasser und energiereiche Snacks (Riegel, Bananen usw.)
- Sonnenschutz und Kopfbedeckung (aufgrund der enormen Sonneneinstrahlung auf Lanzarote unerlässlich)
- Wind- und wasserabweisende Jacken (nur für den Fall)
- Erste Hilfe Kit
- Handy
Wir wünschen Ihnen für Ihren Wanderurlaub auf Lanzarote viel Spaß und großen Erfolg.
Praktische Hinweise für die Tourenplanung
Gerade auf Lanzarote lohnt es sich, Wanderungen nicht nur nach der Kilometerzahl auszuwählen. Entscheidend ist häufig der Untergrund. Auf Lava, losem Geröll oder staubigen Pfaden kommen Sie langsamer voran als auf gleichmäßigen Wegen. Eine Strecke von acht Kilometern kann daher anstrengender sein als eine längere Tour auf festem Untergrund. Prüfen Sie deshalb immer auch Höhenprofil, Schattenverhältnisse und mögliche Ausstiegspunkte.
Wichtig ist außerdem die Tageszeit. Viele Urlauber unterschätzen, wie intensiv die Sonne auf der Insel auch im Frühjahr, Herbst oder Winter sein kann. Wer längere Strecken plant, startet am besten früh am Morgen. Dann ist das Licht angenehm, die Temperaturen sind meist moderater und stark frequentierte Bereiche sind oft noch ruhiger. Für späte Nachmittagsstunden sind eher kürzere Touren sinnvoll, damit Sie nicht in die Dämmerung geraten.
Mobilfunkempfang ist auf vielen Abschnitten vorhanden, aber nicht überall gleich stabil. Verlassen Sie sich deshalb nicht ausschließlich auf das Smartphone. Eine offline gespeicherte Karte, ein klassischer Wanderführer oder eine GPX-Datei auf einem separaten Gerät können hilfreich sein. Informieren Sie am besten eine Begleitperson oder Ihre Unterkunft darüber, welche Route Sie gehen möchten und wann Sie ungefähr zurück sein wollen.
Besonderheiten der Landschaft: schön, aber fordernd
Lanzarote wirkt auf viele Besucher zunächst weit und offen. Genau das macht die Insel reizvoll, erhöht aber auch die Anforderungen an Wanderer. Schatten ist auf vielen Routen Mangelware. Bäume gibt es in einigen Gebieten kaum, und selbst bei moderaten Temperaturen kann der Flüssigkeitsverlust schnell zunehmen. Auch der Wind spielt eine größere Rolle als auf mitteleuropäischen Wanderwegen. Gegenwind auf einer Hochebene oder an der Küste kostet Kraft und kann die gefühlte Anstrengung deutlich erhöhen.
Hinzu kommt, dass vulkanisches Gestein sehr unterschiedlich beschaffen sein kann. Manche Passagen sind fest und griffig, andere locker, scharfkantig oder rutschig. Deshalb sind stabile Schuhe wichtiger als auf vielen einfachen Spazierwegen. Offene Sandalen oder glatte Freizeitschuhe sind für echte Wandertouren auf Lanzarote keine gute Wahl. Wer empfindliche Knöchel hat, sollte über Schuhe mit etwas mehr Halt nachdenken.
Auch landschaftlich ist die Insel abwechslungsreicher, als es auf den ersten Blick scheint. Neben dunklen Lavafeldern gibt es helle Küstenabschnitte, Steilklippen, trockene Täler, Weinbaugebiete und kleine Dörfer mit traditionellen Häusern. Gerade diese Wechsel machen das Wandern auf Lanzarote so interessant. Man erlebt die Insel deutlich intensiver als bei einer reinen Autofahrt von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt.
Beispiele für Wandergebiete auf Lanzarote
Sehr beliebt ist die Umgebung von Famara im Nordwesten der Insel. Dort prägen hohe Klippen, weite Ausblicke und häufig auch kräftiger Wind das Erlebnis. Wer dort unterwegs ist, sollte besonders vorsichtig am Rand der Steilküste sein und ausreichend Abstand halten. Der Ausblick über den Atlantik und auf die vorgelagerten Inseln ist bei klarer Sicht eindrucksvoll.
Ein weiteres spannendes Gebiet ist die Vulkanlandschaft rund um La Geria. Dort zeigt sich, wie eng Natur und Landwirtschaft auf Lanzarote miteinander verbunden sind. Die Reben wachsen in kleinen Mulden aus schwarzer Vulkanasche, geschützt durch niedrige Steinmauern. Wanderungen in dieser Region sind oft weniger alpin, dafür kultur- und landschaftsgeschichtlich besonders interessant.
Auch im Norden bei Haría und im Tal der Tausend Palmen finden Sie reizvolle Routen. Diese Gegend wirkt stellenweise grüner als der Süden und bietet einen anderen Eindruck der Insel. Wer mehrere Tage zum Wandern Zeit hat, sollte bewusst verschiedene Regionen kombinieren. So erleben Sie nicht nur Vulkanismus, sondern auch Küstenlandschaften, traditionelle Siedlungen und landwirtschaftlich geprägte Abschnitte.
Naturschutz und Regeln im Gelände
Die Vulkanlandschaft Lanzarotes ist empfindlich. Deshalb sollten Wege nicht unnötig verlassen werden. Das gilt besonders in Schutzgebieten und dort, wo die Vegetation spärlich ist. Schon wenige Tritte abseits des Pfades können Spuren hinterlassen, die lange sichtbar bleiben. Nehmen Sie außerdem sämtlichen Müll wieder mit, auch organische Abfälle. Bananenschalen oder Taschentücher gehören nicht in die Landschaft.
Im Timanfaya-Nationalpark gelten besondere Regeln. Nicht überall ist freies Wandern erlaubt, und bestimmte Bereiche dürfen nur im Rahmen geführter Angebote oder auf festgelegten Wegen betreten werden. Informieren Sie sich daher vorab über die aktuelle Besucherregelung. So vermeiden Sie Enttäuschungen und tragen dazu bei, dass die sensible Vulkanlandschaft geschützt bleibt.
Respektvoller Umgang gilt auch gegenüber privaten Flächen und landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Tore, Begrenzungen und Hinweisschilder sollten beachtet werden. Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, erklären Sie am besten schon vor der Tour, warum Steine nicht aus Mauern entfernt und Pflanzen nicht beschädigt werden sollten.
Wandern mit Kindern und älteren Personen
Grundsätzlich eignet sich Lanzarote auch für Familien und ältere Wanderer, sofern die Route sorgfältig ausgewählt wird. Kürzere Rundwege oder lineare Strecken mit gutem Untergrund sind oft sinnvoller als ambitionierte Gipfel- oder Küstentouren. Planen Sie genügend Pausen ein und vermeiden Sie die heißesten Stunden. Kinder laufen meist motivierter, wenn unterwegs kleine Ziele eingebaut werden, etwa ein Kraterblick, ein ungewöhnliches Lavafeld oder ein Rastplatz mit Aussicht.
Für ältere Personen ist vor allem Trittsicherheit wichtig. Nicht jede Route mit wenigen Höhenmetern ist automatisch leicht. Lavafelder und geröllige Abstiege können auch auf kurzen Strecken anspruchsvoll sein. Wanderstöcke können hier zusätzliche Sicherheit geben, vor allem bergab. Wer Medikamente regelmäßig benötigt, sollte diese nicht im Koffer lassen, sondern auf die Tour mitnehmen.
Verpflegung und Wassermanagement
Der Hinweis auf ausreichend Trinkwasser ist auf Lanzarote besonders wichtig. Viele Wanderer kalkulieren zu knapp. Für kurze, einfache Touren mag eine kleine Flasche genügen, bei längeren Strecken oder windigen Bedingungen sollte die Menge deutlich großzügiger angesetzt werden. Wasserstellen sind unterwegs oft nicht vorhanden oder nicht verlässlich zugänglich. Rechnen Sie deshalb lieber mit Reserve.
Bei der Verpflegung haben sich leicht transportierbare, salzige und süße Snacks bewährt. Nüsse, Müsliriegel, Obst oder belegte Brote sind praktischer als empfindliche Speisen. Wer zu Kreislaufproblemen neigt, sollte nicht erst essen und trinken, wenn bereits starke Erschöpfung eintritt. Kleine, regelmäßige Pausen sind meist sinnvoller als eine einzige lange Pause.
Häufige Fehler, die sich vermeiden lassen
- Zu wenig Wasser mitnehmen, weil die Temperaturen morgens noch angenehm wirken.
- Die Strecke nur nach Kilometern beurteilen und den Untergrund außer Acht lassen.
- Ohne Sonnenschutz losgehen, weil es bewölkt ist.
- Klippenränder für Fotos zu nah betreten.
- Spontan Abkürzungen querfeldein nehmen und dadurch die Orientierung verlieren.
- Mit ungeeignetem Schuhwerk auf Lavagestein wandern.
FAQ zum Wandern auf Lanzarote
Kann man auf Lanzarote ganzjährig wandern?
Ja, grundsätzlich schon. Die angenehmsten Bedingungen finden viele Besucher im Herbst, Winter und Frühjahr. Im Sommer sind frühe Startzeiten besonders empfehlenswert, da Sonne und Hitze die Belastung deutlich erhöhen können.
Braucht man zwingend einen Guide?
Nein, für viele einfache und gut vorbereitete Routen ist das nicht zwingend notwendig. Ein Guide kann aber sehr sinnvoll sein, wenn Sie die Insel besser verstehen möchten, abgelegenere Wege planen oder Unsicherheiten bei Navigation und Gelände haben.
Sind die Wanderwege immer gut markiert?
Nicht jede Strecke ist durchgehend so markiert, wie man es aus manchen deutschen Mittelgebirgen kennt. Deshalb ist eine zusätzliche Karte oder ein zuverlässiger Wanderführer empfehlenswert. Verlassen Sie sich nicht nur auf eine spontane Wegentscheidung vor Ort.
Ist Wandern im Nationalpark frei möglich?
Nein, nicht in allen Bereichen. Gerade im Timanfaya-Nationalpark können Zugänge und Nutzungsregeln eingeschränkt sein. Prüfen Sie deshalb immer die aktuellen Vorgaben, bevor Sie eine Tour dorthin planen.
Welche Jahreszeit ist besonders geeignet?
Viele empfinden die Monate von etwa Oktober bis April als besonders angenehm. Dann sind die Temperaturen oft moderat, und längere Touren fallen leichter. Dennoch sind auch in dieser Zeit Sonnenschutz, Windschutz und gute Vorbereitung wichtig.
Wer Lanzarote zu Fuß erkundet, erlebt die Insel intensiver, ruhiger und oft auch abwechslungsreicher als bei einer reinen Rundfahrt. Mit realistischer Selbsteinschätzung, ausreichend Wasser, geeignetem Schuhwerk und Respekt vor Natur und Regeln wird das Wandern hier für viele Urlauber zu einem der nachhaltigsten Reiseeindrücke.
