Medizinisches Cannabis: Was erlaubt das Gesetz?

Es ist mittlerweile weithin bekannt, dass Cannabis bei bestimmten Erkrankungen eine wertvolle Therapie darstellt. Zahlreiche chronisch Kranke und Schmerzpatienten schwören auf Cannabis und berichten von einer Linderung ihrer Symptome. Viele von ihnen sind jahrelang erfolglos von Arzt zu Arzt gewandert und waren auf Medikamente angewiesen, die ihre Lebensqualität massiv beeinträchtigten. Aber trotz solch beeindruckender Erfolgsgeschichten ist es für Kranke in Deutschland nach wie vor schwierig, an das grüne Kraut zu gelangen.

Cannabis kaufen: nur mit Rezept

Es gibt nur einen Weg, in Deutschland legal Cannabis zu kaufen: Mit einem Arztrezept. Liegt ein solches nicht vor, sind sowohl der Erwerb als auch der Besitz strafbar. Schon bei kleinen Mengen winken je nach Ermessen der zuständigen Staatsanwaltschaft Geldstrafen in beachtlicher Höhe. Leider endet der Gang in die Arztpraxis für viele Patienten frustrierend. Denn ob aus medizinischer Überzeugung, Unkenntnis oder Angst vor Regressforderungen durch die Krankenkassen: Viele Ärzte sind äußerst zurückhaltend, was Cannabis angeht. Und selbst wenn der Arzt überzeugt ist, dass eine Behandlung mit Cannabis sinnvoll ist, lehnen die Krankenkassen häufig die Kostenübernahme ab. Und für Selbstzahler sind die Cannabisprodukte aus der Apotheke alles andere als erschwinglich. Es gibt also viele Hürden auf dem Weg zur Behandlung mit Cannabis – und leider stehen sie auch Patienten im Weg, die davon stark profitieren würden.

Cannabis anbauen: in Deutschland unerwünscht

Eine Alternative zum Kaufen stellt in viele Ländern der Eigenanbau dar. Viele Länder in denen der Verkauf von Cannabis verboten ist, dulden es, wenn ein oder zwei Cannabispflanzen für den Eigenbedarf auf dem Balkon stehen. Diese Möglichkeit ist für die Betroffenen kostengünstig und meist einfach umzusetzen. Denn viele Cannabissorten sind anspruchslos und sprießen auch ohne besondere Pflege vor sich hin. Mit einfachsten Mitteln wie einer Blattdüngung kann ein zufriedenstellender Ertrag erzielt werden. Durch die Besprühung der Blätter mit einer Nährstofflösung kann die Versorgung mit wichtigen Mineralien problemlos sichergestellt werden. Der Anbau ist also einfach – aber in Deutschland eben auch strikt verboten. Das hindert zwar viele Betroffene trotzdem nicht daran, sich Cannabis für die Selbstbehandlung zu ziehen. Werden sie erwischt, versteht die Justiz aber meist keinen Spaß. Theoretisch gibt es zwar die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen. In der Praxis entfällt diese Variante aber wohl spätestens, seit Cannabis in der Apotheke erhältlich ist.

Gibt es Schlupflöcher?

Im Gesetz gibt es kaum Schlupflöcher, die den unkomplizierten Zugang zu Cannabis erlauben. In einigen Bundesländern können Cannabis-Konsumenten davon ausgehen, dass sie straffrei ausgehen, wenn sie nur mit geringen Mengen an Cannabis erwischt werden. In anderen Bundesländern werden vor allem bei wiederholter Auffälligkeit auch geringste Mengen geahndet. In jedem Fall wird das Cannabis bei einer Polizeikontrolle aber beschlagnahmt. Es gibt allerdings auch Hanfprodukte, die in Deutschland legal sind. Dazu zählen beispielsweise Hanftees, Hanfsamen oder Hanföl. Sie enthalten das wichtigste Cannabinoid THC aber wenn überhaupt dann nur in Spuren. Daher haben sie auch nicht dieselben Auswirkungen wie Cannabis auf Schmerzen und andere Krankheitssymptome. Vorerst sieht die Lage in Deutschland daher schlecht aus, wenn der Arzt dem Thema Cannabis ablehnend gegenübersteht. Ob die Lage in einigen Jahren vielleicht ganz anders aussieht, steht noch in den Sternen.

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