Ob Milben, Mücken, Läuse, Würmer oder Zecken, Parasiten jeglicher Art können in den menschlichen Körper eindringen. Einige von außen über die Hautoberfläche oder im inneren des Körpers. Je nach Art vermehren sie sich unterschiedlich, häufig über Eier oder Larvenstadien, und können zu Infektionen und Krankheiten beim Menschen führen.
Zu den Parasiten, die von außen auf den Körper wirken, gehören Mücken, Läuse, Milben und Zecken.
Der Begriff „Parasiten“ wird im Alltag oft sehr weit verwendet. Medizinisch ist damit gemeint, dass ein Organismus auf Kosten eines Wirtes lebt und ihm dabei schadet oder ihn zumindest belastet. Manche Parasiten verursachen nur vorübergehende Beschwerden wie Juckreiz oder lokale Hautreaktionen. Andere können Krankheitserreger übertragen oder sich über längere Zeit im Körper halten. Deshalb ist es sinnvoll, zwischen äußeren Parasiten auf Haut und Haaren sowie inneren Parasiten im Darm oder in anderen Organen zu unterscheiden.
Wichtig ist außerdem: Nicht jeder Stich, Biss oder Hautausschlag bedeutet automatisch einen Parasitenbefall. Allergien, Reizungen, Ekzeme oder bakterielle Hautentzündungen können ähnlich aussehen. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden, insbesondere bei Fieber, Schwellungen, ausgeprägtem Juckreiz, Gewichtsverlust, Durchfall oder auffälligen Hautveränderungen.
Übersicht
Zecken
Zecken infizieren Menschen in Deutschland am häufigsten mit Krankheiten, sie können Borreliose weitergeben oder auch Frühsommer-Meningoenzephalitis. Da sie vor allem in hohem Gras darauf warten, dass Menschen oder auch Tiere vorbeilaufen und sich dann an sie haften. Am häufigsten tritt in Deutschland der gemeine Holzbock auf, er ernährt sich vom Blut seines Wirtes und saugt sich langsam über die Haut voll, um bei ausreichender Sättigung abzufallen. Besonders im Frühjahr sollten Waldränder und Wiesen mit hohem Gras gemieden werden und nach einem Spaziergang ist eine gründliche Suche am Körper notwendig, vor allem in Hautfalten, dem Intimbereich und der Kopfhaut, da Zecken feuchte und warme Körperstellen bevorzugen.
Ergänzend ist wichtig, dass Zecken nicht nur im Frühjahr aktiv sind. Bei milden Temperaturen können sie auch im Herbst und teilweise sogar im Winter vorkommen. Das Risiko hängt stark von Region, Wetter und Aufenthaltsort ab. In Deutschland ist vor allem die FSME in ausgewiesenen Risikogebieten relevant; gegen FSME steht eine Impfung zur Verfügung, gegen Borreliose bislang nicht.
Nach einem Aufenthalt im Grünen sollte eine Zecke möglichst früh entfernt werden. Dazu eignet sich eine feine Pinzette oder eine Zeckenkarte. Die Zecke wird hautnah gefasst und langsam, gerade herausgezogen. Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Nagellack sind nicht sinnvoll, weil sie die Entfernung erschweren können. Danach sollte die Einstichstelle desinfiziert und in den folgenden Tagen beobachtet werden. Eine sich ausbreitende Rötung, grippeähnliche Beschwerden oder Fieber sind Gründe für eine ärztliche Abklärung.
Zur Vorbeugung helfen geschlossene Schuhe, lange Kleidung, das Meiden dichter Vegetation auf schmalen Wegen sowie ein gründliches Absuchen des Körpers. Auch Haustiere können Zecken mit in die Wohnung bringen. Deshalb kann es sinnvoll sein, nach Spaziergängen nicht nur die Haut, sondern auch Kleidung und mitgeführte Decken oder Taschen zu kontrollieren.
Milben
Milben sind mit bloßem Auge nicht zu sehen, daher können sie unsichtbar den Körper und Betten, Teppiche und ähnliches in der Wohnung besiedeln. Die bekanntesten sind die Hausstaubmilben, sie lieben feuchte und warme Gebiete. Menschen mit einer Allergie, können durch Juckreiz und Ausschlag auf sie reagieren, daher werden Teppiche, Kissen usw. entfernt und das Bett sollte immer gut gelüftet werden, damit sie keinen zusätzlichen Nährboden bekommen. Außerdem gibt es Krätzmilben, sie legen ihre Nachkommen direkt unter die Haut des Menschen und lösen dort Juckreiz und Entzündungen aus. Sie lassen sich durch spezielle Salben bekämpfen und einen täglichen Wechsel der Bettwäsche.
Bei Hausstaubmilben ist genau genommen nicht der Biss oder Stich das Problem, sondern vor allem der Kontakt mit ihren Bestandteilen und Ausscheidungen, die allergische Beschwerden auslösen können. Typisch sind eine verstopfte oder laufende Nase, Niesreiz, juckende Augen und bei empfindlichen Menschen auch Husten oder asthmatische Beschwerden. Hier helfen regelmäßiges Lüften, waschbare Bettbezüge, das Waschen von Bettwäsche bei geeigneten Temperaturen und ein insgesamt eher trockenes Raumklima.
Krätze, medizinisch Skabies, ist dagegen eine ansteckende Hauterkrankung. Die Milben werden meist durch engen, längeren Hautkontakt übertragen. Typisch sind starker Juckreiz, oft nachts verstärkt, sowie kleine Papeln, Knötchen oder feine Milbengänge, besonders an Händen, Handgelenken, Achseln, im Genitalbereich oder an der Taille. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit ärztlich empfohlenen Mitteln für die Haut, zusätzlich müssen Kontaktpersonen und Textilien beachtet werden, damit es nicht zu einer Wiederansteckung kommt.
Mücken
Mücken sind besonders im Sommer weit verbreitet und lästig, sie ernähren sich von Blut, welches sie durch kurzzeitigen Kontakt erlangen und danach wieder wegfliegen. Es gibt einige Hausmittel, die helfen sollen, aber eine zuverlässige Behandlung ist bisher nicht gefunden.
Läuse sind vor allem in Kindergärten und Schulen verbreitet, da sie durch den engen Kontakt der Kinder beim spielen schnell übertragen werden können. Sie befallen vor allem die Kopfhaut und legen ihre Eier, die Nissen genannt werden, gerne hinter den Ohren. Sie können durch spezielle Haarwäschen behandelt werden und ein temporäres Kontaktverbot zu anderen Menschen. Gegen Mückenstiche hilft das kühlende Aloe Vera Gel.
Bei Mückenstichen entstehen die Beschwerden vor allem durch Speichelbestandteile der Mücke, auf die der Körper reagiert. Typisch sind Rötung, Schwellung und Juckreiz. Kühlung kann die Beschwerden oft lindern. Wichtig ist, die betroffene Stelle möglichst nicht aufzukratzen, weil dadurch zusätzliche Hautreizungen oder bakterielle Infektionen entstehen können. Wenn nach einem Stich starke Schwellungen, Atembeschwerden, Kreislaufprobleme oder Fieber auftreten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
In Deutschland sind Mücken meist eher lästig als gefährlich. Auf Reisen in andere Regionen der Welt kann das anders sein, weil dort je nach Zielgebiet Krankheiten wie Malaria, Dengue, Chikungunya oder Zika eine Rolle spielen können. Wer verreist, sollte sich daher vorab über den Mückenschutz und gegebenenfalls notwendige Impfungen oder Prophylaxen informieren. Dazu gehören lange Kleidung, Moskitonetze und geeignete Repellents.
Läuse
Kopfläuse sind kleine, flügellose Insekten, die auf der Kopfhaut leben und sich von Blut ernähren. Anders als häufig vermutet, hat ein Läusebefall nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Läuse springen oder fliegen nicht, sondern werden fast immer durch direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt übertragen. Deshalb treten sie besonders häufig dort auf, wo Kinder eng zusammenspielen.
Ein Befall zeigt sich oft durch Juckreiz an der Kopfhaut. Sicherer als der bloße Blick auf lose Haare ist die Kontrolle mit einem Läusekamm im feuchten Haar. Nissen sitzen fest am Haar und sind häufig in Ohrnähe oder im Nacken zu finden. Die Behandlung erfolgt mit zugelassenen Präparaten und sorgfältigem Auskämmen nach den jeweiligen Anwendungshinweisen. Kämme, Bürsten, Mützen und Bettwäsche sollten ebenfalls beachtet werden. Eine übertriebene Desinfektion der Wohnung ist dagegen meist nicht notwendig.
Wird in Schule oder Kindergarten ein Befall festgestellt, sollten Eltern und Betreuungseinrichtungen informiert werden, damit Kontaktpersonen kontrolliert werden können. Das dient nicht der Stigmatisierung, sondern der Unterbrechung von Übertragungsketten. Bei Unsicherheit kann die Diagnose durch eine Arztpraxis oder Apotheke unterstützt werden.
Weitere
Des Weiteren gibt es Parasiten, die innerhalb des Körpers wirken. Dazu zählt der Bandwurm, er wird über den Verzehr von rohem Fleisch aufgenommen. Er nistet sich im Darm des Menschen ein und kann zu erheblichen Beschwerden, wie Übelkeit und Probleme beim Ausscheiden führen. Da er bis zu fünfzehn Meter lang werden kann und sich ohne Partner im Körper fortpflanzen kann, ist eine Behandlung nur mit Medikamenten möglich. Bei einem Verdacht auf einen Bandwurm, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, da er sich in einigen Fällen auch in anderen Organen, wie dem Gehirn ansiedeln kann.
Innere Parasiten betreffen in Deutschland insgesamt seltener den Alltag als Zecken, Läuse oder Milben, sie sind medizinisch aber wichtig. Je nach Art werden sie über nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel, verunreinigtes Wasser, mangelnde Handhygiene oder auf Reisen aufgenommen. Zu den möglichen Beschwerden gehören Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder ein Mangel an Nährstoffen. Manchmal bleiben Infektionen über längere Zeit auch unbemerkt.
Nicht nur Bandwürmer, sondern auch Madenwürmer kommen vor. Madenwürmer sind besonders bei Kindern relativ häufig und verursachen oft starken Juckreiz am After, vor allem nachts. Die Eier können über Hände, Nägel, Bettwäsche oder Oberflächen weitergegeben werden. Eine gute Handhygiene, kurzes Fingernagelschneiden und die gleichzeitige Behandlung betroffener Haushaltsmitglieder können wichtig sein, um erneute Infektionen zu vermeiden.
Auch Giardien, einzellige Darmparasiten, können Durchfallerkrankungen verursachen. Sie werden meist über verunreinigtes Wasser oder Schmierinfektionen übertragen. Besonders nach Reisen, bei länger anhaltendem Durchfall oder wenn mehrere Personen in einem Haushalt ähnliche Beschwerden haben, kann eine Stuhluntersuchung sinnvoll sein. Die Behandlung richtet sich immer nach dem nachgewiesenen Erreger.
Der Hinweis auf rohes Fleisch ist beim Bandwurm weiterhin wichtig, sollte aber erweitert werden: Auch roher oder nicht ausreichend erhitzter Fisch kann je nach Herkunft bestimmte Parasiten übertragen. Generell gilt, Lebensmittel hygienisch zu lagern, Fleisch und Fisch ausreichend zu erhitzen und Küchenutensilien nach Kontakt mit rohen Produkten gründlich zu reinigen. Das verringert das Risiko einer Aufnahme deutlich.
Wie man einen Parasitenbefall erkennt
Die Anzeichen hängen stark von der Art des Parasiten ab. Äußere Parasiten machen sich oft durch Juckreiz, sichtbare Hautveränderungen, kleine Einstichstellen oder fest haftende Nissen bemerkbar. Bei inneren Parasiten stehen eher Verdauungsbeschwerden, Gewichtsverlust oder allgemeines Unwohlsein im Vordergrund. Manche Infektionen verlaufen jedoch unspezifisch. Deshalb sollte man nicht allein anhand einzelner Symptome selbst eine Diagnose stellen.
Hilfreich für die ärztliche Einschätzung sind Angaben dazu, seit wann die Beschwerden bestehen, ob Haustiere im Haushalt leben, ob es engen Kontakt zu betroffenen Personen gab, welche Reisen kürzlich stattgefunden haben und ob rohe oder ungewöhnliche Lebensmittel gegessen wurden. Auch Fotos von Hautstellen oder das Mitbringen eines aufgefundenen Parasiten können im Einzelfall nützlich sein.
Wann ärztliche Hilfe sinnvoll ist
Eine ärztliche Untersuchung ist besonders dann ratsam, wenn Fieber, starke Schmerzen, Schwellungen, Atembeschwerden, neurologische Auffälligkeiten, Blut im Stuhl, anhaltender Durchfall, deutlicher Gewichtsverlust oder ausgeprägte Hautentzündungen auftreten. Gleiches gilt bei Verdacht auf Krätze, Bandwurm oder einen Zeckenstich mit auffälliger Wanderröte. Bei Kindern, älteren Menschen, Schwangeren und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollte eher früher als später abgeklärt werden.
Selbstbehandlungen mit ungeeigneten Hausmitteln können Beschwerden verschlimmern oder die Diagnose verzögern. Das gilt etwa für reizende Stoffe auf der Haut, unsachgemäßes Entfernen von Parasiten oder die Einnahme von Medikamenten ohne gesicherte Diagnose. Sinnvoller ist eine gezielte Behandlung auf Basis des tatsächlichen Befundes.
Praktische Vorbeugung im Alltag
Vorbeugung beginnt meist mit einfachen Maßnahmen. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, das Waschen von Obst und Gemüse, ausreichendes Erhitzen von Fleisch und Fisch, der Schutz vor Insektenstichen, die Kontrolle der Kopfhaut bei Läusefällen in Gemeinschaftseinrichtungen und das Absuchen nach Aufenthalten im Grünen. Auch Haustiere sollten tierärztlich betreut werden, denn einige Parasiten können indirekt aus dem Tierumfeld eine Rolle spielen.
In der Wohnung hilft eine normale, gründliche Hygiene. Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sollten bei einem bestätigten Befall nach den jeweiligen Empfehlungen gewechselt und gewaschen werden. Übertriebene Reinigungsmaßnahmen sind jedoch nicht in jedem Fall nötig. Entscheidend ist, die konkrete Parasitenart zu kennen, denn die Vorgehensweise bei Läusen, Krätze, Zecken oder Darmparasiten unterscheidet sich deutlich.
Häufige Fragen
Sind Parasiten immer sichtbar?
Nein. Zecken oder Läuse lassen sich oft erkennen, Milben und viele innere Parasiten dagegen nicht ohne Weiteres.
Ist Juckreiz immer ein Hinweis auf Parasiten?
Nein. Juckreiz kann auch durch trockene Haut, Allergien, Ekzeme oder andere Hauterkrankungen entstehen.
Kann man Parasiten einfach vorbeugend behandeln?
Ohne Diagnose ist das nicht sinnvoll. Medikamente sollten gezielt und nach fachlicher Empfehlung eingesetzt werden.
Sind Kinder besonders betroffen?
Bei Läusen und Madenwürmern ja, weil enger Kontakt und Schmierinfektionen in Gemeinschaftseinrichtungen häufiger vorkommen. Grundsätzlich können aber Menschen jeden Alters betroffen sein.
Spielen Reisen eine Rolle?
Ja. In vielen Regionen außerhalb Deutschlands kommen andere Parasiten und durch Parasiten übertragene Erkrankungen häufiger vor. Vor Reisen ist daher eine reisemedizinische Beratung sinnvoll.
Weiterführende Links
- Hier gibt es weitere Informationen zu Parasiten
