Obst selber dörren

Dörrobst ist sehr gesund, auch ohne besondere Gerätschaften können Sie leckeres Naschwerk selbst herstellen. Das geht einfach und schnell und was das Tollste ist, Sie können damit jede Menge Geld sparen. Es gibt viele Methoden um Dörrobst selbst herzustellen, die gängigsten Methoden und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in nachfolgenden Artikel.

Dörren ist wohl die älteste Konservierungsmethode überhaupt, früher hatten ja die Menschen gar keine andere Möglichkeit um Lebensmittel haltbar zu machen. Beim Dörren wird den Lebensmitteln Wasser entzogen, der Wassergehalt sinkt deutlich und eine Schimmelbildung wird dadurch stark erschwert.

Obst an der Luft trocknen

Das Obst können Sie an der Luft trocknen, besondere Geräte müssen Sie dazu nicht anschaffen. Sie müssen nur das Obst in Scheiben schneiden und an einer Schnur zum Trocknen aufhängen. Alternativ können Sie die Obst-Scheiben aber auch auf einem Rost trocknen, der mit einem Geschirrtuch ausgelegt ist. Das Obst muss an einem warmen und trockenen Ort liegen, es darf aber keinesfalls der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Es dauert meist mehrere Tage, dann ist das Dörrobst fertig.

Wichtig ist dabei vor allem eine gute Luftzirkulation. In feuchten Kellern oder in kühlen Räumen dauert das Trocknen sehr lange, und das Risiko für Verderb steigt. Besser geeignet sind ein trockener Dachboden, eine warme Küche oder ein gut belüfteter Hauswirtschaftsraum. Drehen Sie die Stücke zwischendurch um, damit sie gleichmäßig trocknen. Wenn Sie das Obst an einer Schnur aufhängen, sollten die Scheiben sich nicht berühren. Nur so kann die Luft an allen Stellen zirkulieren.

Die Lufttrocknung eignet sich vor allem für dünn geschnittene Apfelringe, Birnenstücke, Hagebutten oder Kräuter. Bei sehr saftigen Früchten wie Pflaumen, Aprikosen oder Mango ist Geduld nötig. Hier funktioniert die Methode zwar grundsätzlich ebenfalls, doch meist sind Backofen oder Dörrautomat deutlich verlässlicher. Gerade bei wechselhaftem Wetter ist die Lufttrocknung im Innenraum oft die sicherere Wahl.

Dörrobst im Backofen herstellen

Diese Methode geht deutlich schneller und ist sehr viel einfacher. Hier werden die Obst-Scheiben einfach auf das Backblech gelegt und bei 60 bis 70 Grad gedörrt. Dieser Vorgang dauert nur etwa vier bis fünf Stunden. Dabei sollte die Backofentür ein bisschen offen stehen, weil die Feuchtigkeit aus dem Backofen entweichen muss. Kleiner Tipp: Stecken Sie einfach einen Kochlöffel in den Spalt.

Praktisch ist es, die Obststücke nicht direkt auf das Blech, sondern auf Backpapier oder auf ein Gitter zu legen. So klebt weniger an und die warme Luft kann besser zirkulieren. Bei Umluft trocknet das Obst oft gleichmäßiger als bei Ober- und Unterhitze. Je nach Obstsorte, Dicke der Scheiben und Wassergehalt kann die Zeit aber auch deutlich länger als fünf Stunden ausfallen. Weiche Pflaumen oder sehr saftige Birnen brauchen nicht selten sechs bis zehn Stunden.

Lassen Sie das Obst im Backofen nicht unbeaufsichtigt über sehr lange Zeiträume laufen. Sinnvoll ist es, nach einigen Stunden den Zustand zu kontrollieren. Die Stücke sollten biegsam oder leicht lederartig sein, aber nicht feucht. Wenn beim Drücken noch Saft austritt, ist die Trocknung noch nicht abgeschlossen. Werden die Ränder dagegen dunkel und hart, war die Temperatur wahrscheinlich etwas zu hoch.

Der Dörrautomat

Wenn Sie allerdings sehr oft Dörrobst selbst machen wollen, dann ist die Anschaffung eines Dörrautomatens sehr sinnvoll. Damit können Sie natürlich nicht nur Obst trocknen, auch Fleisch, Gemüse oder Fisch kann getrocknet werden. Vitamine und Nährstoffe bleiben bei dieser Methode zu einem großen Teil erhalten, Dörrobst ist also ein wirklich gesunder Snack. Mit einem Dörrautomat geht das Trocknen natürlich sehr schnell und alle Lebensmittel werden geschont. Her gibt es übrigens weitere Informationen zum Dörrautomat.

Wie funktioniert ein Dörrautomat?

Wenn Sie Obst und Gemüse regelmäßig dörren, dann sollten Sie sich einen Dörrautomat kaufen. Alle Lebensmittel enthalten sehr viel Wasser und der Dörrautomat entzieht es. Wasser bildet den idealen Nährboden für die Bakterien, sie fangen an zu schimmeln und verderben. Nicht aber beim Dörrautomat, die Mikroorganismen verlieren bei ausreichend starker Trocknung weitgehend ihre Lebensgrundlage und die Haltbarkeit steigt deutlich. Sie können durch den Dörrvorgang viele Lebensmittel haltbar machen, selbst Kräuter werden haltbar.

Natürlich werden alle Lebensmittel zerkleinert und und auf ein Gitter gelegt. Jetzt wird über einen Lüfter warme Luft auf das Gitter geblasen und die Lebensmittel werden getrocknet. Dabei steigt die Temperatur in der Regel nicht zu hoch, der Trockenvorgang ist also sehr schonend.

Ein Dörrautomat arbeitet gleichmäßiger als der Backofen, weil die warme Luft kontinuierlich um die Lebensmittel strömt. Das spart in vielen Fällen Zeit und sorgt dafür, dass die Stücke auf verschiedenen Ebenen ähnlicher trocknen. Je nach Gerät lassen sich Temperatur und Zeit sehr genau einstellen. Für empfindliche Lebensmittel wie Kräuter oder Apfelscheiben ist das ein Vorteil, weil zu hohe Temperaturen Aroma und Farbe stärker beeinträchtigen können.

Beim Kauf ist weniger die maximale Temperatur entscheidend als eine gleichmäßige Luftverteilung, ausreichend große Dörrflächen und eine einfache Reinigung. Wer häufiger Obst aus dem eigenen Garten verarbeitet, profitiert von mehreren Ebenen. Für kleinere Haushalte genügt oft schon ein kompaktes Gerät. Wichtig ist immer, die Bedienungsanleitung zu beachten, denn je nach Bauart unterscheiden sich Temperaturbereiche und Trocknungszeiten.

Welches Obst eignet sich besonders gut?

Sehr beliebt sind Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen und Bananen. Auch Beeren, Kiwis, Mangos oder Ananas lassen sich trocknen, wobei sehr saftige Früchte länger brauchen. Bei Äpfeln und Birnen sollten Sie das Kerngehäuse entfernen und möglichst gleichmäßige Scheiben schneiden. Pflaumen können halbiert und entsteint werden, Aprikosen ebenfalls. Bananen trocknen am besten in nicht zu dicken Scheiben.

Weniger geeignet sind überreife oder bereits angeschlagene Früchte. Solche Stellen sollten großzügig entfernt werden. Grundsätzlich gilt: Je besser die Qualität des frischen Obstes, desto besser das Ergebnis. Besonders aromatisch wird Dörrobst aus vollreifen, aber noch festen Früchten. Sehr unreifes Obst bleibt geschmacklich oft flach, selbst wenn die Konsistenz am Ende stimmt.

Vorbereitung: Waschen, schneiden, vorbehandeln

Waschen Sie das Obst gründlich und trocknen Sie es anschließend etwas ab. Schneiden Sie möglichst gleichmäßige Stücke, damit alles zur gleichen Zeit fertig wird. Dünne Scheiben trocknen schneller, dickere Stücke bleiben oft saftiger. Für viele Sorten hat sich eine Dicke von etwa drei bis acht Millimetern bewährt. Bei Zwetschgen oder Aprikosen sind Hälften ebenfalls üblich.

Einige Obstsorten, vor allem Äpfel, Birnen und Bananen, werden nach dem Schneiden schnell braun. Das ist unbedenklich, sieht aber nicht immer schön aus. Wer das vermeiden möchte, kann die Stücke kurz mit etwas Zitronensaft beträufeln oder in Wasser mit wenig Zitronensaft legen und danach gut abtropfen lassen. Dieser Schritt ist optional, verbessert aber häufig die Optik.

Zucker ist zum Dörren grundsätzlich nicht nötig. Viele gekaufte Trockenfrüchte sind zusätzlich gesüßt, zu Hause können Sie meist darauf verzichten. Das Ergebnis schmeckt natürlicher und enthält keinen unnötigen Zusatz. Wenn Sie sehr saure Früchte verarbeiten, können Sie sie später immer noch gezielt in Müsli, Porridge oder beim Backen verwenden.

Woran erkennt man fertig gedörrtes Obst?

Diese Frage ist besonders wichtig, denn zu feuchtes Obst verdirbt schneller. Gut getrocknete Apfelringe sind biegsam und fühlen sich trocken an, ohne dass beim Drücken Feuchtigkeit austritt. Birnen dürfen leicht weich bleiben, sollten aber nicht klebrig nass sein. Pflaumen und Aprikosen sind oft etwas geschmeidiger, auch hier darf jedoch kein freier Saft mehr vorhanden sein.

Am besten lassen Sie einige Stücke nach dem Trocknen vollständig auskühlen und prüfen dann noch einmal die Konsistenz. Warmes Obst wirkt oft weicher, als es tatsächlich ist. Wenn Sie unsicher sind, trocknen Sie lieber etwas länger nach. Eine leicht längere Trocknung ist in der Regel weniger problematisch als zu kurze Zeiten, solange das Obst nicht dunkel oder hart wird.

Richtig lagern

Nach dem Dörren sollte das Obst zunächst komplett abkühlen. Füllen Sie es erst danach in saubere, trockene Gläser oder gut schließende Dosen. Auch Schraubgläser eignen sich, wenn sie wirklich trocken sind. Lagern Sie das Dörrobst möglichst kühl, dunkel und trocken. Wärme und Feuchtigkeit verkürzen die Haltbarkeit deutlich.

In den ersten Tagen nach dem Abfüllen lohnt ein kurzer Kontrollblick. Bildet sich Kondenswasser im Behälter, war das Obst noch nicht trocken genug. Dann sollten Sie es noch einmal nachdörren. Bei sauberer Verarbeitung und guter Trocknung hält selbst gemachtes Dörrobst oft mehrere Monate. Der genaue Zeitraum hängt von Sorte, Restfeuchte und Lagerung ab.

Hygiene und Sicherheit

Auch wenn Dörren eine einfache Methode ist, sollte sauber gearbeitet werden. Messer, Bretter, Bleche, Gitter und Hände müssen sauber sein. Faulige oder schimmelige Stellen dürfen nicht mitverarbeitet werden. Entfernen Sie beschädigte Bereiche immer großzügig. Wer Obst aus dem eigenen Garten verwendet, sollte es vor allem nach Regen oder bei Fallobst sorgfältig prüfen.

Für Kräuter, Gemüse, Fleisch oder Fisch gelten teils andere Anforderungen als für Obst. Besonders bei tierischen Lebensmitteln ist auf eine sichere Verarbeitung und passende Temperaturen zu achten. Wer vor allem Obst dörrt, hat es deutlich einfacher. Trotzdem gilt auch hier: Wenn Geruch, Aussehen oder Geschmack später auffällig sind, sollte das Produkt nicht mehr verzehrt werden.

Welche Methode Sie auch immer anwenden

Ob Sie nun die moderne Variante wählen oder die Lebensmittel althergebracht trocknen, Obst und Gemüse verliert dabei nicht automatisch alle Nährstoffe und Vitamine, allerdings können je nach Temperatur, Dauer und Sorte einzelne empfindliche Inhaltsstoffe teilweise abnehmen. Das Trocknen an der Luft gelingt nicht immer, der Backofen ist die bessere Alternative. Wenn Sie allerdings einen Dörrautomat anschaffen sind Sie in der Königsklasse angekommen, diese Elektrogeräte sind je nach Ausstattung unterschiedlich teuer, einfache Geräte sind oft schon vergleichsweise günstig zu bekommen. Für welche Methode Sie sich auch immer entscheiden, durch das Trocknen von Obst und Gemüse haben Sie immer einen gesunden Snack im Haus, Familie und Freunde sind bestimmt begeistert.

Praktische Verwendung in der Küche

Selbst gedörrtes Obst lässt sich vielseitig einsetzen. Apfelringe sind ein klassischer Snack für zwischendurch. Getrocknete Birnen, Pflaumen und Aprikosen passen gut in Müslis, Porridge oder Joghurt. Klein geschnitten können sie auch in Brotteig, Kuchen, Fruchtbrot oder Keksen verwendet werden. Wer Trockenobst vor dem Backen kurz in etwas Wasser oder Saft einweicht, erhält meist eine weichere Konsistenz.

Auch herzhafte Gerichte profitieren manchmal von der Süße getrockneter Früchte. Pflaumen oder Aprikosen passen beispielsweise zu Reisgerichten, Couscous oder Schmorgerichten. Wichtig ist nur, sparsam zu dosieren, denn durch das Dörren wird der Geschmack konzentrierter. Gerade Kinder essen selbst gemachtes Dörrobst oft gern, weil es ohne unnötige Zusätze auskommt und sich gut portionieren lässt.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Ein häufiger Fehler ist zu dickes Schneiden. Dann trocknet die Oberfläche schnell, während das Innere feucht bleibt. Ebenfalls problematisch ist eine zu hohe Temperatur. Das Obst wird außen dunkel oder hart und verliert an Aroma, obwohl es innen noch nicht vollständig trocken ist. Besser sind moderate Temperaturen und etwas Geduld.

Ein weiterer Punkt ist die Überfüllung von Blechen oder Dörrgittern. Liegen die Stücke zu dicht aneinander, kann die Luft schlecht zirkulieren. Das verlängert die Trocknungszeit und verschlechtert das Ergebnis. Legen Sie das Obst daher möglichst in einer einzelnen Schicht aus. Im Dörrautomaten kann es außerdem sinnvoll sein, die Ebenen zwischendurch nach Herstellerangabe zu tauschen, falls das Gerät nicht auf allen Etagen exakt gleich trocknet.

FAQ zum Dörren von Obst

Muss das Obst geschält werden?

Nein, das ist meist Geschmackssache. Äpfel, Birnen oder Pflaumen können oft mit Schale gedörrt werden, wenn sie gut gewaschen sind. Die Schale enthält zusätzliche Ballaststoffe und Aroma. Bei sehr dicker oder zäher Schale kann Schälen aber angenehmer sein.

Kann man gefrorenes Obst dörren?

Prinzipiell ja, allerdings sollte es vorher vollständig aufgetaut und gut abgetropft sein. Durch das Auftauen wird das Fruchtfleisch häufig weicher, was die Handhabung erschwert. Frisches Obst liefert meist das schönere Ergebnis.

Ist Dörrobst automatisch kalorienarm?

Nein. Durch das Entziehen von Wasser werden Zucker und Kalorien pro Gramm konzentrierter. Dörrobst kann trotzdem eine sinnvolle Alternative zu stark verarbeiteten Süßigkeiten sein, sollte aber bewusst portioniert werden.

Warum werden manche Früchte beim Trocknen sehr dunkel?

Das liegt häufig an Oxidation oder an einer zu hohen Temperatur. Vorbehandlung mit etwas Zitronensaft kann das Nachdunkeln verringern. Auch ein schonenderes Trocknen hilft.

Wie lange ist selbst gemachtes Dörrobst haltbar?

Das hängt von Restfeuchte, Hygiene und Lagerung ab. Bei guter Trocknung und kühler, trockener Lagerung sind mehrere Monate oft realistisch. Entscheidend ist, dass sich keine Feuchtigkeit im Behälter bildet und das Obst unauffällig riecht und aussieht.

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