Diuretika

Entwässerungstabletten & Diuretika

Entwässerungstabletten, unter Medizinern als Diuretika bezeichnet, dienen der Entwässerung des Körpers. Druckgefühle an Beinen oder den Füßen können durch Wassereinlagerungen hervorgerufen sein. Hierbei können die entwässernden Tabletten helfen. Die umgangssprachlich oft als Wassertabletten bezeichneten Medikamente werden oft auch bei Diäten eingesetzt. Mit dem Einsatz erhoffen sich viele schnelle Erfolge. Warum man davon abraten sollte erläutern wir Ihnen im folgenden Artikel.

Entwässerungstabletten kaufen

Wofür benötigt man Entwässerungstabletten

Der Haupteinsatzzweck von Entwässerungstabletten ist, wie der Name schon vermuten lässt, das Entwässern des Körpers. Wenn die Beine, Füße oder Finger unangenehm spannen oder sogar sichtbar geschwollen sind können Wassereinlagerungen schuld sein. Die Ursache für die Einlagerungen können vielfältig sein. So kann dies an heißen Tagen durch die Temperatur ausgelöst werden. Begünstigt wird dies durch langes Sitzen, Alkoholmissbrauch, Schwangerschaft oder Übergewicht. Aber auch einige Medikamente können als Nebenwirkung zu Wassereinlagerungen führen. Daneben können auch Stoffwechsel- oder Herzerkrankungen ebenso wie Tumore zu den unangenehmen Einlagerungen führen.

Ältere Menschen sind gehäuft betroffen. Der Stoffwechsel ist nicht mehr der schnellste aber auch das Gewebe ist nicht mehr ganz so frisch und somit werden Wassereinlagerungen begünstigt.

Wer lange und viel steht kennt das Gefühl der dicken Beine. Sie fühlen sich dick und schwer wie Blei an. Auch hier können kleine Wassereinlagerungen durch vorwiegend stehende Tätigkeiten hervor gerufen worden sein.

Wie wirken Entwässerungstabletten

Wie der Name schon sagt Entwässern die Tabletten. Dies geschieht nicht durch Schweiß sondern durch die Ausscheidung durch Urin. Man wird also öfter die Toilette aufsuchen müssen. Diuretika erhöhen die Aktivität der Nieren und sorgen dafür, dass diese mehr Wasser und Natrium (Kochsalz) als üblich ausscheiden. In Fachsprache sagt man, diuretische (harntreibende) Medikamente schränken die Wasserrückresorption der Nieren ein und schwemmen so Wasser aber auch Mineralstoffe aus dem Körper.

Dadurch, dass weniger Flüssigkeit im Körper ist, sinkt der Druck auf die Gefäße und damit auch der Blutdruck. Der Druck auf die Blutgefäße und das Gewebe nimmt also ab, aber auch das Herz wird entlastet.

Arten von Entwässerungstabletten

Natürlich wirken alle Diuretika innerhalb der Nieren bzw. genauer gesagt in den Nierentubuli (Nephron). Gemeinsam haben die Wassertabletten natürlich die entwässernde Wirkung. Der Hauptunterschied ist neben dem Wirkstoff, der genaue Wirkmechanismus und der Wirkungsort. Folgende vier unterschiedliche Arten von Diuretika existieren:

  • Schleifendiuretika
    Schleifendiuretika hemmen die Natriumrückgewinnung. Der Wirkungsort ist der aufsteigenden Schenkel der Henle-Schleife. Sie zählen zu den sehr stark und schnell wirkenden Entwässerungstabletten.
  • Benzothiadiazinderivate
    Hier unterscheidet sich sowohl der Wirkungsort als auch die Stärke und die Dauer bis zur Wirksamkeit. Die Wirkung ist nur mittel stark und tritt nur langsam ein. Die entwässernde Wirkung erfolgt durch eine Hemmung der Natriumrückgewinnung zu Beginn des distalen Tubulus. Natrium wird also über die Niere ausgeschieden anstatt es wieder in den Stoffwechselkreislauf zurück zu führen.
  • Kaliumsparende Diuretika
    Kalium ist der natürlich Gegenspieler des Natriums. Diese Art von Wassertabletten versuchen das Kalium vermehrt im Körper zu halten. Im Vergleich zu den anderen Arten von Wassertabletten ist die Natriumausscheidung über die Nieren deutlich geringer.
  • Osmotisch wirksame Diuretika
    Diese Diuretika bindet Wasser im Plasma, es saugt es quasi auf. Der Wirkungsort von osmotisch wirksamen Wassertabletten ist der proximale Tubulus.

Verwendungshinweise

Ein Problem von Entwässerungstabletten ist der Entzug von Kalium. Deshalb sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Dieser wird mit Ihnen die Möglichkeiten besprechen ob Sie Kalium in Form eines Nahrungsergänzungsmittels zu sich nehmen sollten oder nicht. Dennoch sollten Sie bei Einnahme immer auf eine kaliumreiche Ernährung achten. Einige Lebensmittel wie Bananen, Äpfel, Spinat oder Kartoffeln enthalten besonders viel Kalium und lassen sich leicht in den Tag einbauen.

Halten Sie sich immer genau an die Dosierungsanweisungen der Entwässerungstabletten!

Denn wer die Wassereinlagerungen zu schnell ausschwemmt, verliert wichtige Mineralien und Nährstoffe. Eine Austrocknung (Exsikkose) droht.

Wer aufgrund von einer Herzkrankheit entwässert, sollte immer auch sein Gewicht im Auge behalten. Hier gilt es genau die richtige Dosis zu finden um den gewünschten Effekt zu erreichen. Ihr Arzt wird Ihnen hier genaueres Erläutern. Bei einer Gewichtszunahme innerhalb von einem oder zwei Tagen deutet zum Beispiel auf eine Überwässerung hin.

Tipp: Wer seine Tabletten morgens statt abends einnimmt, wird nachts nicht von seinem Harndrang geweckt.

Abnehmen mit Entwässerungstabletten

Die Verlockung ist natürlich immer groß: Schnell abnehmen mit Entwässerungstabletten. Zwar verliert man Wasser und damit Gewicht, aber Ziel ist ja nicht der Wasserverlust. Eine gute Figur bekommt man dadurch nicht, da kein Fett abgebaut wird. Zudem ist das verlorene Wasser schneller wieder im Körper als einem lieb sein kann. Deshalb Finger weg von Entwässerungstabletten zum Abnehmen. Sie riskieren Ihre Gesundheit.

Leider werden Entwässerungstabletten von vielen Menschen missbraucht. Ähnlich wie das Übergeben oder die Einnahme von Abführmitteln werden Sie von Menschen, die an Bulimie oder Magersucht leiden, regelmäßig verwendet. Sie dienen dazu nach Essattacken die Gewichtszunahme zu verhindern. Dies kann jedoch zu lebensgefährlichen Zuständen führen. Der durch die geringe Nahrungsaufnahme eh schon unterversorgte Körper bekommt jetzt noch wichtige Mineralien und Nährstoffe entzogen. Eine Austrockung und drastische Unterversorgung droht. Die Folge können vom Kreislaufkollaps bis zum Tode reichen.

Ebenso von Missbrauch sind auch Bodybuilder und Kampfsportler betroffen. Bodybuilder setzen Diuretika ein um eine bessere Definition der Muskeln zu erreichen. Kampfsportler verwendet Entwässerungstabletten um kurz vor dem Wiegen noch das letzte Kilo zu verlieren um in der leichteren Gewichtsklasse zu starten. Die Risiken und Nebenwirkungen sollten allen bewusst sein.

Alternativen zum Abnehmen mit Diuretika

Wie wir gelernt haben sind Entwässerungstabletten nicht wirklich empfehlenswert zum Abnehmen. Doch was soll man machen wenn man Gewicht verlieren will oder muss? Eine Möglichkeit ist zum Beispiel eine Umstellung der Ernährung. Hier gibt es viele Varianten, eine davon ist die Low Carb Ernährung. So muss man bei einer Low Carb Ernährung auf nichts verzichten. Auch Low Carb Nudeln schmecken hervorragend und sind überaus gesund.

Empfehlung:

Alternativen zu Entwässerungstabletten

Wer sich auf natürlichem Wege entwässern möchte muss nicht immer zu Tabletten greifen. Viele einfache alte Hausmittel können bei leichten Beschwerden ebenso hilfreich sein. Sie unterstützen den Körper bei der Wasserausscheidung. Folgendes ist für jeden zu Empfehlen ob er Entwässerungstabletten einnimmt oder nicht:

  • Sport und Bewegung: Gerade Gymnastik und Schwimmen können helfen Wassereinlagerungen zu bekämpfen
  • Nahrung und Getränke: Johannis- und Wacholderbeeren gelten als harntreibend. Diese kann man nebenher naschen oder in Form von Tee Genießen. Es existieren noch einige weitere Teesorten, denen eine entwässernde Wirkung nachgesagt wird
  • Verzicht auf Salz: Salz bindet Wasser im Körper. Dies begünstigt Wasseransammlungen.
  • Wechselbäder, Sauna und mehr: Das kalte Wasser stärkt das Gewebe und regt die Durchblutung an. Damit kommt der Kreislauf richtig in Schwung
  • Massagen: Massagen regen die Lymphe an. Nicht umsonst wird ein Arzt in schweren Fällen eine Lymphmassage / Lymphdrainage verschreiben. Auch ein Lymphtape kann Sinn machen.

Weitere Tipps:

Vermeiden Sie Fertiggerichte. Diese enthalten nicht nur viel Salz, sondern schmecken auch nicht so gut wie selbst gekochtes.

Wer aufgrund seiner Arbeit viel Sitzt oder steht sollte ab und an mal eine Ausgleichsbewegung machen. Kleine Übungen nur wenige Minuten jede Stunde helfen ungemein. Ändern Sie Ihre Sitz- oder Stehposition leicht ab wenn dies Ihnen möglich ist.

Lymphmassagen oder Drainagen werden von vielen Kosmetikstudios, Massagesalons oder Physiotherapiepraxen angeboten. Das Gewebe wird gelockert und die Lymphflüssigkeit wird in Bewegung gesetzt. So werden Giftstoffe und Wassereinlagerungen schneller abtransportiert. Gerade in Massagesalons wird man auch ohne Rezept für kleines Geld eine Behandlung bekommen. Bei leichten Einlagerungen und verkrampfter Muskulatur sicherlich eine Alternative.

Auch Stützstrümpfe müssen nicht nur von schwangeren Frauen getragen werden. Probieren Sie diese in Kombination mit der Hochlagerung des Beines einmal aus. Wenn es ist ist „Mann“ auch jedes Mittel recht.

Entwässernde Lebensmittel:

Spargel statt Entwässerungstabletten

Spargel statt Entwässerungstabletten

Natürlich kann man viel über die Ernährung regeln. Denn nicht umsonst gilt: „Du bist, was du isst“. Folgende Lebensmittel wird eine harntreibende Wirkung zu geschrieben:

  • Holunder, Johannis- und Wacholderbeeren, auch Tee aus diesen
  • Reis
  • Tee aus Brennnesseln oder Löwenzahn sowie anderen speziellen Teesorten
  • Spargel
  • Ananas
  • Knoblauch
  • Artischocken

Risiken und Nebenwirkungen von Entwässerungstabletten

Das größte Risiko ist das Ausschwemmen von Mineralstoffen, allen voran Kalium. Dadurch kann zu Mangelerscheinungen kommen. Ein Kaliummangel äußert sich zum Beispiel in Muskelkrämpfen oder Verstopfung, aber auch ernst zu nehmenden Herzrhythmusstörungen.

Auch wenn im allgemeinen die Nebenwirkungen von Diuretika relativ schwach sind, sollte man dennoch auf seinen Körper hören. Es gibt einige Anzeichen auf die man achten sollte und dann gegebenenfalls seinen Arzt darauf ansprechen sollte. Diese sind im Folgendem:

  • Krämpfe, insbesondere der Waden
  • Ein trockener Mund
  • Allergische Reaktionen
  • Schwindel und Benommenheitsgefühle
  • Sehstörungen
  • Niedriger Blutdruck

Durch den Arzt feststellbar zum Beispiel durch ein Blutbild oder eine Urinprobe:

  • Natrium-, Kalium, oder Magnesiummangel
  • Zu hohe Fett- und Blutzuckerwerte
  • Zu hohe Harnsäurewerte im Blut
  • Eine verminderte Anzahl von Blutplättchen

Einfach weniger trinken und Entwässern?

Viele Menschen denken, dass Sie Ihr Wasser auch verlieren können indem Sie weniger trinken. Dies ist nicht der Fall. Nur weil man Wasser durch die Entwässerungstabletten / Diuretika verliert, bedeutet dies nicht, dass man weniger Wasser trinken sollte. Um richtig zu funktionieren benötigen die Nieren Wasser. Das Wasser wird dazu verwendet um die Nieren zu spülen und um Giftstoffe und Stoffwechsel Abfallprodukte aus dem Körper zu transportieren. Ohne eine Mindestmenge von zwei bis drei Litern Wasser ist dies eventuell nicht oder nur eingeschränkt möglich und die Stoffe verbleiben im Körper. Infolgedessen kann es zu Vergiftungen und zu Nierenschäden oder Nierenerkrankungen kommen.

Also immer genug trinken, am besten Wasser oder Tee.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

− one = 1